Wenn es ums Skifahren und Snowboarden geht, denken die meisten von uns direkt an Österreich, Frankreich und die Schweiz. Dabei hat Deutschland eigentlich gar keinen Grund, sich hinter den "Großen" zu verstecken. Ganz im Gegenteil: Vor allem in Bayern gibt es viele hochmoderne Skigebiete, in denen garantiert keine Langeweile aufkommt. Und neben perfekt präparierten Pisten haben einige von ihnen sogar noch viel mehr zu bieten.

Zugspitze Garmisch-Partenkirchen: Auf Deutschlands höchstem Berg

Mit 2.962 Metern ist die Zugspitze der höchste Berggipfel Deutschlands. Das südwestlich von Garmisch-Partenkirchen gelegene Zugspitzmassiv sollte deshalb auf der To-do-Liste eines jeden begeisterten Skifahrers und Snowboarders stehen. Durch ihre Höhe ist die Zugspitze überdurchschnittlich schneesicher. Die Saison dauert hier 164 Tage - vom 18. November bis zum 1. Mai. Das Zugspitzmassiv gehört mit 20 Pistenkilometern außerdem zu den 15 größten Skigebieten in Deutschland.

Aber nicht nur höhentechnisch liegt die Zugspitze klar vorne. Sie bietet auch die wohl spektakulärste Aussicht in ganz Bayern. An sonnigen Tagen können Besucher 400 umliegende Gipfel bestaunen und bis nach Österreich, Italien und in die Schweiz sehen.

Der Blick von der Zugspitze

Garmisch-Classic: Wintersport zum Zuschauen und selbst erleben

Wer Wintersport nicht nur aktiv sondern gerne auch als Zuschauer erleben möchte, ist im Skigebiet Garmisch-Classic genau richtig. Das Wintersportgebiet liegt direkt neben der Zugspitze und ist mit 40 Pistenkilometern das zweitgrößte in Deutschland. Dementsprechend viel Action wird Besuchern hier geboten - schon 1936 fanden in Garmisch-Classic die bisher einzigen Olympischen Winterspiele in Deutschland statt.

Heute gehört unter anderem der FIS Ski-Weltcup zu den Highlights der Region. Die Disziplin Abfahrt wird auf der legendären Kandahar-Rennstrecke ausgetragen. Mit 3,3 Kilometern Länge und einem Gefälle von bis zu 90 Prozent gehört sie zu den bekanntesten Abfahrtsstrecken der Welt. Die Slalomrennen finden am Gudiberg statt. 2017 beginnt das Rennwochenende in Garmisch-Partenkirchen am 21. Januar.

Spannend wird es im Skigebiet Garmisch-Classic auch beim traditionellen Neujahrsspringen, dem zweiten Event der berühmten Vierschanzentournee. Über 25.000 Besucher versammeln sich Jahr für Jahr im Olympia Skistadion, um die Weltelite bei ihren spektakulären Sprüngen von der Olympiaschanze anzufeuern. Das Event findet regelmäßig vom 31. Dezember bis zum 1. Januar statt.

Fellhorn/Kanzelwand: Snowpark-Action und Auftaktspringen

Bei Funpark-Fans ist das Skigebiet Fellhorn/Kanzelwand besonders beliebt: Hier gibt es nicht nur einen, sondern gleich zwei sehr gute Snowparks. Nummer eins ist der Almdudler Fellhornpark, der praktischerweise in einen Easy-Park und in einen Main-Park unterteilt ist. Wie der Name schon sagt, können Anfänger im Easy-Park leichte Hindernisse und Kicker austesten. Wer sich schon sicherer fühlt, findet an den Obstacles und Kickern im Main-Park eine echte Herausforderung.

Nummer zwei ist der Crystal Ground Snowpark im Kleinwalsertal. Er liegt im Ort Riezlern direkt neben der Talstation der Kanzelwandbahn. Auf der Kicker-Line und den drei Rail-Lines kommen sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Snowboarder und Freeskier auf ihre Kosten.

Das Skigebiet Fellhorn/Kanzelwand gehört zu Oberstdorf und wer zur richtigen Zeit vor Ort ist, bekommt sogar noch mehr geboten: Jedes Jahr am 29. Und 30. Dezember findet hier das Auftaktspringen zur Vierschanzentournee statt. Die Schattenbergschanze in Oberstdorf gehört zu den bedeutendsten Skisprung-Schanzen der Welt - bis zu 38.000 Wintersportfans pilgern Jahr für Jahr zum Auftaktspringen.

Spitzingsee-Tegernsee: Hier sorgt die Landschaft für den Extra-kick

Wer nach dem Skifahren noch Lust auf ausgedehnte Winterspaziergänge in traumhafter Landschaft hat, ist im Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee genau richtig. Das Skigebiet liegt eingebettet zwischen den drei Seen Spitzingsee, Tegernsee und Schliersee. Wenn es im Winter zu schneien beginnt, verwandelt sich die Alpenregion in ein märchenhaftes Winterwunderland.

Das Wintersportgebiet selbst bietet 20 Pistenkilometer, 10 Lifte, moderne Beschneiungsanlagen und ausgezeichnet präparierte Pisten - von München aus erreicht man die Talstation in nur einer Stunde. Spitzingsee-Tegernsee liegt auf 980 bis 1.580 Metern. Von leichten bis mittelschweren Pisten für Anfänger bis hin zur steilen Abfahrt am Roßkopf ist hier für jeden das Richtige dabei.

Arber: Familienspaß und Skifahren für Einsteiger

Zu den familienfreundlichsten Skigebieten in Bayern gehört definitiv der Arber. Der höchste Gipfel im Bayerischen Wald bietet 15 Pistenkilometer und eine der modernsten Beschneiungsanlagen im ganzen Land. Der Arber punktet mit einem mehrfach ausgezeichneten Kinder- und Familienprogramm, sodass hier besonders Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen.

Für die ersten Fahrversuche gibt es das ArBär Kinderland. Hier sorgen geschulte Mitarbeiter dafür, dass der Nachwuchs sicher und ungestört auf den flachen Hängen üben kann - die Eltern dürfen natürlich dabei sein. Für die ganz Kleinen gibt es das ArBär-Zwergerlland. Wenn die ersten Versuche erfolgreich verlaufen sind, geht es weiter in den Familien-Cross-Park. Hier gibt es sogar ein paar kleine Sprünge und Spaßwellen, an denen sich alle Familienmitglieder austoben können.

Fortgeschrittene, die das Gelernte in die Tat umsetzen wollen, können sich an der Parallel-Riesenslalom-Strecke versuchen. Hier steht ein Wettrennen für die ganze Familie auf dem Programm - auf einer echten Weltcup-Strecke inklusive Zeitmessung. Am Arber haben sich übrigens gleich fünf Skischulen niedergelassen. So stehen am Ende des Urlaubs garantiert alle sicher auf Board oder Skiern und können die Abfahrten entspannt genießen.

Skiurlaub in Bayern - dahoam ist's halt am schönsten

Die bayerischen Skigebiete können nicht mit hunderten von Pistenkilometern aufwarten und auch die Après-Ski-Partys finden eher im gemäßigten Rahmen statt. Trotzdem gibt es viele gute Gründe für einen Skiurlaub in Bayern: Die kurze Anfahrt, die bayerische Gemütlichkeit und die oft deutlich günstigeren Ticketpreise sind nur ein paar davon. Besonders Einsteiger und Familien kommen hier auf ihre Kosten - aber auch geübte Fahrer haben in vielen bayerischen Skigebieten ihren Spaß. Und letztendlich ist an dem Spruch "Warum in die Ferne schweifen..." immer auch ein Funken Wahrheit dran. In der Heimat ist es eben doch am schönsten.