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Harro Füllgrabe (©Benedikt Müller)

1. Was ist Ihr Lieblingsland?

Harro Füllgrabe: Mein Lieblingsland ist ganz klar Deutschland. Aber dann kommen noch Australien, Südafrika, Grönland, Kolumbien, USA, Vietnam, Indien, China, Neuseeland, Tansania, Namibia, Japan, Kanada, Mexiko, Argentinien, Italien, Spanien, Österreich, Schweiz und viele andere Länder...

2. Welche ausländische Spezialität haben Sie nicht runterbekommen?

Harro Füllgrabe: Da fallen mir spontan zwei "Spezialitäten" ein. Zum einen das halb ausgebrütete Entenei, welches ich in Vietnam probieren durfte. Dieses Balut habe ich einfach nicht gepackt. Zum anderen habe ich mich geweigert den "Dancing Octopus" in Korea zu essen. Das, sich auf dem Teller windende Tier war einfach zu viel!

Oktopusgericht in Korea

3. Und was ist das beste Essen der Welt?

Harro Füllgrabe: Das ist eine verdammt schwierige Frage. Ich fand den "Pata Negra" - Schinken in Spanien einfach göttlich. Das war im wahrsten Sinne des Wortes sau lecker! Doch das absolut leckerste Essen der Welt sind die gefüllten Auberginen meiner Mama.

4. Was ist Ihr Lieblingsmitbringsel von Ihren Reisen?

Harro Füllgrabe: Ich habe z. B. den "Tragestock" von meinem Abenteuer als Wasser-Träger am steilsten Pilgerweg der Welt in China geschenkt bekommen und natürlich mit nach Hause genommen.

5. Können Sie uns eine Lebens-Lektion mitgeben, die Sie auf Ihren Reisen gelernt haben?

Harro Füllgrabe: Grundsätzlich gibt es aus meiner Sicht nur eine "goldene" Regel für alle Lebenslagen: Respekt! Man sollte jedem Menschen, jedem Tier, jeder Pflanze, jeder Religion oder Meinung mit dem nötigen Respekt begegnen.

6. Was war der peinlichste kulturelle Patzer, der Ihnen jemals auf einer Ihrer Reisen passiert ist?

Harro Füllgrabe: Ich versuche immer, mich so schnell wie möglich über die kulturellen Hintergründe zu informieren, aber eine Sache fällt mir ein: Ich habe vor langer Zeit in Indien mal unbewusst mit der linken Hand gegessen. Das ist ein absoluter "No Go", da die linke Hand hier die unsaubere Hand ist, die unter anderem zum Po-Waschen nach dem Toilettenaufenthalt genutzt wird...

7. Sie sind schon durch den Amazonas geschwommen und von tausenden von Metern gesprungen - haben sie eigentlich vor irgendwas Angst?

Harro Füllgrabe: Natürlich! Das wäre auch schlecht wenn nicht. Angst ist eine wichtige Gefühlslage, die dabei hilft Situationen ernst zu nehmen und richtig einzuschätzen.

8. Was nehmen Sie auf Ihren Reisen immer mit?

Harro Füllgrabe: Das wichtigste ist wohl das aufblasbare Kissen zum Schlafen. Ich habe es mir im Laufe der Jahre angewöhnt im Auto, Zug oder Flugzeug sofort zu pennen - egal wie lange die Reise dauern mag. Dafür ist vor allem ein Fensterplatz für mich erste Priorität. Wenn ich den nicht bekomme, kann ich schon mal ganz schön genervt sein... .

Dann natürlich mein Handy, um Kontakt zu meinen Liebsten halten zu können und meine Glücksbringer. Als letztes vielleicht noch mein Tablet, auf dem ich alle Unterlagen für die jeweilige Reise und zumeist ein gutes Buch gespeichert habe. Ach ja und natürlich der Reisepass...

9. Was ist aus Ihrer Erfahrung das häufigste Klischee über Deutsche, das im Ausland herrscht?

Harro Füllgrabe: Das scheint seit Jahrhunderten das gleiche zu sein - egal wo man hinkommt: Straff organisiert, pünktlich und immer am arbeiten!

10. Was sind eigentlich die Reaktionen an den Flughäfen, wenn die Grenzbeamten Ihren Ausweis mit den vielen Stempeln sehen?

Harro Füllgrabe: Da gab es hin und wieder erstaunte Gesichter, aber im Großen und Ganzen gab es da kaum Reaktionen. Ich glaube die Jungs und Mädels bei der Immigration haben schon fast alles gesehen... Doch ich glaube, wenn die wüssten, dass ich drei Reisepässe habe und fast alle voll sind, würde das anders aussehen!

Deutscher Reisepass

11. Welchen Vorschlag für eine Reise aus der Redaktion haben sie schon mal abgelehnt?

Harro Füllgrabe: Eigentlich keinen! Das einzige Mal, dass ich etwas abgelehnt habe, war die Anfrage ein zweites Mal nach Tschernobyl zu reisen. Ein Mal hat mir die Konfrontation mit diesem Katastrophengebiet genügt... Ich habe ja noch keine Kinder und ich will meine persönliche Zukunft nicht gefährden.

12. Was war das größte Abenteuer bisher in Ihrem Leben?

Harro Füllgrabe: Auf diese Frage gibt es keine konkrete Antwort. Fast alle Abenteuer waren einzigartig und toll - die Tage mit dem Hundeschlitten und dem Inuit in Grönland waren der Hammer - aber auch die "Flucht von Alcatraz", das Training als erster Zivilist bei der "franz. Fremdenlegion" im Dschungel von franz. Guyana, das Training mit der Spezialeinheit der "Mienentaucher" in Deutschland, das "Schwefeltragen" in Indonesien, die "Inkabrücke" aus Gras in Peru, die Begegnung mit dem "Weißen Hai" in Südafrika, der Sprung aus 10.000 Metern Höhe (der "H.A.L.O." Sprung) in den USA, der "steilste Pilgerweg" der Welt in China, die Arbeit als "Goldsucher" in der Kanalisation von Kalkutta,... - wie Ihr seht, gab es da jede Menge spannender Abenteuer und ich könnte noch eine ganze Weile lang schreiben.Hundeschlittenfahrt in Grönland

13. Hotel oder Backpacking?

Harro Füllgrabe: Grundsätzlich lieber Zelten und Backpacking, aber hin und wieder ist auch ein schönes Hotel nicht die schlechteste Entscheidung.

14. Was hat eigentlich Ihre Freundin gesagt, als Sie Ihr sagten, dass Sie nach Mexiko fliegen und dort mit der Polizei auf Patrouille gehen werden?

Harro Füllgrabe: Sie hat wie immer nur gesagt: "Komm einfach nur gesund wieder, ja?!" Natürlich macht auch sie sich hin und wieder Sorgen, aber sie weiß auch, dass ich sehr vorsichtig bin und nicht leichtsinnig handele. Diese Haltung meiner Freundin ist auch der Grund dafür, dass Sie für mich die beste Frau der Welt ist. Sie hat mich von Beginn an in allem unterstützt und mir dadurch die Kraft gegeben diesen zuweilen sehr stressigen Traum-Job auch zu meistern. Immerhin war ich zwischenzeitlich bis zu 250 Tage im Jahr nicht Zuhause, ein Zustand, den nicht jede Beziehung ohne weiteres aushält. Ich glaube an dieser Stelle muss ich einfach mal DANKE sagen (lacht).

15. Welche Bedeutung haben Ihre Armbänder?

Harro Füllgrabe: Das sind Geschenke! Ein Lederarmband von meiner Freundin und zwei Holzkugelarmbänder (buddhistisch) von einem Freund. Ein Armband mit Lawasteinen habe ich mir damals auf Island selber gekauft. Sie sind dadurch auch eine Art Glücksbringer für mich!